Das biografische Wesen des Menschen im Raum der Zeit
Zur Methode der Individuellen Lebensgeschichte in Hohenfried
Jörg Ewertowski

Solange ein Mensch lebt, wird die Geschichte seines Lebens geschrieben. Sein Handeln, ja selbst sein blosses Dasein hinterlässt dabei nicht nur eine Spur im Sand der Zeit. Eine Spur kann man als Zeitlinie rückwärts verfolgen oder mutmassend in die Zukunft verlängern. Eine Geschichte aber erfassen wir nicht, indem wir eine Chronik der Begebenheiten aufzeichnen und den Zeitpfeil planend in die Zukunft verlängern. Eine Geschichte gibt es nur dort, wo Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart in Wechselwirkung zueinander treten, wo die Zeitlinie sich krümmt und eine Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft sichtbar wird, die nicht durch das Kausalitätsgesetz oder durch Zweck-Mittel-Relationen vermittelt wird.
 
Bildende Kunst
Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung
Valerie Häussler

Diagnostik als Kunst?
Elemente einer phänomenologisch orientierten Heilpädagogischen Diagnostik
Bernhard Schmalenbach

... So kommt auch der hier angedeutete Bezug von der Diagnostik zur Kunst nicht von ungefähr. Da, wo man den Menschen nicht in Einzelheiten, sondern möglichst umfassend und als ein schöpferisches Wesen zu charakterisieren versucht, liegt es nahe, mit Begriffen aus dem Bereich der Kunst zu arbeiten.

Internationale Tagung 2014
Gefühlskultur

Achtsamkeit, Mitgefühl und Geistesgegenwart bilden die Grundlage zwischenmenschlicher Beziehungsgestaltung
Rüdiger Grimm

Von der Bildung einer Gefühlskultur kann erst dann gesprochen werden, wenn Gefühle nicht mehr nur als unwillkürliche und zufällige, mehr oder weniger dramatische Erscheinungen im eigenen Seelenleben erfahren werden, sondern die Urheberschaft über das eigene Gefühlsleben erkannt, verantwortet und zu einer produktiven Seelenkraft entwickelt wird.

Katalysator für Entwicklungen
Eine Begegnung mit Manfred Trautwein
Sebastian Jüngel

«Ohne einen gewissen Wohlstand wird es auch im Sozialen keinen Fortschritt geben, aber umgekehrt gilt auch: Der wirtschaftliche Erfolg der westlichen, arbeitsteiligen Gesellschaft konnte nur entstehen, weil es parallel eine Entwicklung der sozialen Absicherung gab.»

Die Erfahrung von Dilemmata- Situationen in der praktischen Arbeit

Global denken – lokal handeln
Bente Edlund

Das ist Verantwortlichkeit, nicht aus einer angenommenen Wahrheit handeln zu können, sondern sicher im Spannungsfeld der Dilemmata zu stehen und in dieser Situation vielleicht nicht die einzig richtige, aber die im Moment beste Wahl zu treffen.

Veränderungen im Sekretariat der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie

Vierzig Jahre Humanus-Haus (Schweiz)
Eine Metamorphose der Camphill-Idee
Wolfgang Huber


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Die Biografie als leitender Begriff

in der Heilpädagogik und Sozialtherapie steht in diesem Heft im Zentrum, vor allem im Beitrag von Jörg Ewertowski, der sich mit der Methode der individuellen Lebensgeschichte auseinandersetzt, wie sie in der Einrichtung Hohenfried entwickelt wurde, aber auch in Bernhard Schmalenbachs Aufsatz zum Thema «Diagnostik als Kunst». Neben den vielen anderen Beiträgen – z. B. über künstlerische Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, die Entwicklungen in einer sozialtherapeutischen Gemeinschaft – möchten wir Sie auch auf die kommende Internationale Tagung für Heilpädagogik und Sozialtherapie aufmerksam machen, die im Herbst am Goetheanum stattfinden wird. Unter dem weitgefassten Titel «Gefühlskultur» werden viele Aspekte auch des Heilpädagogischen Kurses Rudolf Steiners zum Tragen kommen, vor allem des zweiten Vortrags, der ja in diesem Jahr in besonderer Aufmerksamkeit steht. Sie sind sehr herzlich eingeladen!

Trotz der Panne, die unseren letzten Versand betroffen hatte, hoffen wir, dass Sie nicht nur dieses Heft wohlbehalten in Händen halten, sondern letztendlich auch das vorhergehende Heft 2-2014. Danke für Ihr Verständnis und melden Sie sich bitte, wenn doch noch etwas fehlen sollte.

Eine gute Sommerzeit!