Seelenpflege Heft 4, 2015

Zum Verständnis und den Therapiemöglichkeiten kindlicher Epilepsien
René Madeleyn

Die epileptische Konstitution, wie sie im Heilpädagogisch Kurs beschrieben wird, entspricht dem zu starken Hineingehen von Ich-Organisation und Astralleib in die Organisation von Ätherleib undphysischem Leib. Raphael hat beide Polaritäten, die sich gegenseitig bedingen, in dem Bild der Verklärung sinnbildlich dargestellt.

Die Epilepsie um 1924
Eine historische Studie zum Umkreis vonRudolf Steiners «Heilpädagogischem Kurs»
Rüdiger Grimm

Sein eigenes Verständnis des Leib-Seele-Zusammenhangs hatte Steiner über Jahrehinweg entwickelt und in einem Vortragauf dem 4. Internationalen Kongress für Philosophi in Bologna bereits 1911 die fundamentale Bemerkung gemacht, dass die Leibesorganisation die Aufgabe habe, einen Spiegelungsvorgang für die Bewusstseinsinhalte des menschlichen «Ich» zur Verfügung zu stellen. Dieses sei selbst jedoch nicht im Leib zu finden, sondern in der Welt.

«Der Hasenhüter» – ein Marionettenprojekt
Angelika Bockholt

Wirksame Geschichten bei Kleptomanie
Eine Spurensuche bei Rudolf Steiner und der Hirnforschung
Sebastian Jüngel

Indem man eine Geschichte erzählt, kommt Sprache ins Spiel. Mit demSprechen lernen «fliessen moralische Impulse in das Kind» oder allgemeiner nach Hüther: Sprache überträgt handlungsleitende Bilder.

«In der Begegnung leben» in Brüssel:
Ein soziales Kunstwerk
Thomas Kraus

Rezensionen
Ulrike Barth und Thomas Maschke: Inklusion – Vielfalt gestalten
Erika Schöffmann und Dieter Schulz: Wege zum Anderen

Impressum

 

 

 

 

 

 

Angesichts der Tatsache,

dass der Heilpädagogische Kurs Rudolf Steiners in nicht wenigen Jahren seinen 100. Jahrestag haben wird, erscheint es von grosser Bedeutung, ihn nicht in historische Ferne entschwinden zu lassen, sondern seine ungebrochene Inspirationskraft zu vergegenwärtigen und für die weitere Entwicklung der Menschenkunde und Methoden der Heilpädagogik und Sozialtherapie zu nutzen. Damit ist das Motto für die jetzt im dritten Jahr stattfindende Arbeit an diesem Grundlagenwerk beschrieben, die sich Anfang Oktober am Goethenaum mit dem dritten Vortrag auseinander gesetzt hat, in dem Steiner ausführlich über das Phänomen der Epilepsie gesprochen hat.

Mit dem Verständnis und den Therapiemöglichkeiten kindlicher Epilepsien setzt sich René Madeleyn auseinander, der seit Jahrzehnten an diesem Krankheitsbild forscht und zu den namhaftesten Vertretern der anthroposophischen Medizin gehört. Eine historische Perspektive nimmt der folgende Beitrag ein, in dem Rudolf Steiners Ansatz in den Kontext seiner Zeit gestellt wird. Sebastian Jüngel greift eine Anregung Rudolf Steiners auf, Kindern mit Kleptomanie eine bestimmte Art von
therapeutischen Geschichten zu erzählen.

Als Kunstbeitrag finden Sie in diesem Heft den interessanten Bericht über ein Marionettenprojekt an der Christopherusschule in Bern, das die dortige Werkklasse durchgeführt hat.

Wir wünschen Ihnen eine gewinnbringende Lektüre!