Seelenpflege Heft 3, 2017

Seewalde zum Beispiel
Gemeindeentwicklung im ländlichen Raum, lebensweltliche Inklusion und das Erbe des Lauenstein-Impulses in Mecklenburg-Vorpommern
Norbert Schwarte

Mit Ausnahme der Verkäuferinnen im Dorfladen käme auch niemand auf den Gedanken, die in Seewalde lebenden behinderten Erwachsenen als Kunden zu bezeichnen, wie das in vielen Feldern der sozialen Arbeit längst der Fall ist.

Inklusive Forschung in einer sozialtherapeutischen Dorfgemeinschaft
Angelika Graef

Inclufar: Sozialtherapie in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft in Europa Zur Evaluation eines Leonardo-Projektes
Christiane Drechsler

Auftrag und Ziel des Leonardo Projektes Inclufar war die Implementierung eines Curriculums zur berufsbegleitenden Ausbildung von Menschen, die im Rahmen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft zusammen mit Menschen arbeiten, die mit einer Behinderung leben

Gesehen werden Klientenbesprechungen in der anthroposophischen Sozialtherapie
Anne Hallen

«Denken Sie in einer geistigen Bewegung daran, diese geistige Bewegung für das praktische Leben fruchtbar zu machen, dann muss man diese geistige Bewegung als eine lebendige ansehen» (Steiner 1995, S.189).

«Inkludiert und jubilieret!»
Eine Glosse
Johannes Denger

Die Mücke war vor 70 Millionen Jahren dabei Mücke zu sein, als sie vom Harz inkludiert wurde. Dabei wird sie nicht etwa selber zu Harz, sondern bleibt Jahrmillionen unter der Linsenwirkung des Bernsteins als Mücke sichtbar und erkennbar.

Heilpädagogische Initiative und Fortbildung Matsukawa im Departement Nagano, Japan
Angelika Gäch

Lebenszeit

Gratulation Angelika Gäch
Annette Pichler | Jan Göschel

Gedenken für Hans Dackweiler
Rüdiger Grimm

Buchbesprechungen

Schmalenbach, Bernhard:
Heilpädagogische Perspektiven auf
das Alter

Denger, Johannes:
Haben Sie auch Angst,
unsterblich zu werden?

Inserate

Impressum

Forschung

ist ein Begriff, der oft zur Projektionsfläche für ganz unterschiedliche Vorstellungen wird. Vor genau zwei Jahren, in Heft 2015/3 (im Archiv auf www.seelenpflege.info zu  nden!), stellte Maria Lyons uns ihre hilfreiche Unterscheidung von defensiver Forschung (also Forschung als Rechtfertigung, vor allem auch im Sinne eines evidenz-basierten Modells professioneller Praxis), Forschung als Kommunikation und Forschung im Dienste von Selbstentwicklung und Innovation dar. Die inklusive Forschungsgruppe, von der uns diesmal Angelika Graef erzählt, rückt die gleichen Dimensionen mit folgenden Worten in den Blick: «Forscher machen anderen den Mut, das Traurige zu ändern. Und sie machen Mut, das Schöne anderen zu erzählen. Und dann können sich auch andere Menschen über das Schöne freuen. Und sie können das Schöne nachmachen.» Das Projekt selbst enthält alle drei Dimensionen: Die Entwicklung eines neuen partizipatorischen Forschungsprozesses, die Mitteilung über die im Verlauf gewonnenen Erfahrungen und die Anregung, einen gelingenden Ansatz in anderen Zusammenhängen nachzubilden.

Auch in Christiane Drechslers Beitrag geht es um ein Entwicklungsprojekt, hier in einem internationalen Kontext und mit Förderung durch die EU. Unter dem Titel «Inclufar – Inclusive Farming» präsentiert Drechsler das Fazit der gemeinsamen Arbeit von elf Partnerorganisationen in neun Ländern, die ein Ausbildungskonzept für die sozialtherapeutische Arbeit im Kontext der biologisch-dynamischen Landwirtschaft erarbeitet haben. Einen schönen Rahmen bieten die beiden Beiträge von Norbert Schwarte und Anne Hallen: Schwarte zeigt (im Sinne von Forschung als Kommunikation) am Beispiel der Geschichte von Lauenstein und Seewalde auf, wie sich eine zunächst heilpädagogische, dann sozialtherapeutische Einrichtung durch mehrere Metamorphosen zu einer inklusiven Dorfgemeinschaft entwickelte, die in vielfältiger Weise als Sozial- und Kulturimpuls in ihr lokales Umfeld eingegliedert ist. Hallen hingegen beschreibt, wie in solchen gemeinschaftlichen Zusammenhängen ein Raum für die Wahrnehmung der/des Einzelnen und ihrer/ seiner biographischen Impulse und Bedürfnisse geschaffen werden kann. Viel Mut, das Traurige zu ändern, sich über das Schöne zu freuen, es auch weiterzuerzählen und nachzumachen, wünscht Ihnen im Namen der Redaktion,

Jan Göschel